Sprachliche Diversität

Gegenwärtig leben, lernen und arbeiten sehr viele Menschen unterschiedlichster Herkunft, Religionszugehörigkeit, Kultur oder Sprache eng miteinander zusammen. Migration sowie die damit verbundenen Herausforderungen prägen unseren Alltag immer mehr und werfen viele neue Fragen des Zusammenlebens auf. Migration ist jedoch kein neuzeitliches Phänomen, sondern ein Teil unserer Menschheitsgeschichte. Wir wissen, dass der Mensch seit jeher gewandert ist und viele der uns bekannten Hochkulturen an Orten entstanden sind, an denen viele Völker mit unterschiedlichsten Einstellungen, Werten, Mentalitäten und Sprachen aufeinandergetroffen und im regen Austausch miteinander gestanden sind.

In einer Welt wachsender Komplexität ist die sprachliche und kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft der Schlüssel für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft. Um mit dieser gesellschaftlichen Diversität auch gut umgehen zu können und unsere Zukunft nachhaltig gestalten zu können, braucht es eine stärkere Förderung entsprechender Kompetenzen wie Respekt und Toleranz. Auch die Förderung und Wertschätzung der Mehrsprachigkeit sowie die Vermittlung eines positiven Umgangs mit der Verschiedenartigkeit der Lebensrealitäten muss eines der wichtigsten Ziele in der pädagogischen Arbeit sein. Hierbei spielen Schulen als Orte interkultureller Begegnungen und Dialoge eine überaus bedeutende Rolle. Hier haben junge Menschen sowie auch ihre Lehrer tagtäglich die Chance, mehr über sich selbst und die Vielfalt unserer Gesellschaft zu lernen sowie Erfahrungen aus unterschiedlichen Lebenswelten zu sammeln.

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Mehrsprachigkeit

Mit der Fähigkeit, Laute zu Silben, Silben zu Worten und Worte zu Sätzen zu bilden, verfügt der Mensch über etwas sehr Besonderes undHerausragendes, nämlich die Sprache.

Sprache scheint das Natürlichste und Selbstverständlichste auf der Welt zu sein. Aktuellen Schätzungen zufolge gibt es weltweit über 10.000 verschiedene Sprachen und Dialekte - und mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist zwei- oder mehrsprachig. Somit liegt es nahe, dass Kinder, die mehr als eine Sprache zur Bewältigung ihres Alltags in ihrer persönlichen Lebenswelt brauchen, mehrsprachig aufwachsen können.

Von Kindesbeinen an mit zwei oder mehr Sprachen aufzuwachsen, fördert das Verständnis der eigenen Sprache und bietet den Kindern die Möglichkeit mit Menschen aus anderen Kulturkreisen in Kontakt zu treten, zu lernen und zu reflektieren. Sprache ist jedoch mehr als nur das gesprochene Wort. Über sie werden nicht nur Werte, Traditionen und Verhaltensregeln vermittelt, sondern im Idealfall auch der sichere Umgang in zwei oder mehrere Kulturen erworben.

In Anbetracht der großen sprachlichen Diversität an Vorarlberger Schulen kann die Einbeziehung dieser sprachlichen Vielfalt in den Schulalltag bedeutende Lernvorteile für alle Beteiligten bieten. Frei nach dem Zitat von Voltaire: „Kennst du viele Sprachen – hast du viele Schlüssel für ein Schloss“, eröffnet jede neue Sprache einen neuen Blick auf die Welt, erweitert den Horizont, bereichert und fördert die kindliche Entwicklung und stellt ein großes Potential für Kreativität, Leistung und Innovation dar.

Alle Sprachen im Schulalltag willkommen zu heißen, Kompetenzen und Bedürfnisse von mehrsprachigen Kindern wahrzunehmen und zu nutzen, ist nicht nur ein Gewinn für alle, sondern ist grundsätzlich auch eine Frage der Chancengerechtigkeit.

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